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23.04.2015, 09:00 Uhr | Bietigheimer Zeitung / Axel Westram, Stadtrat, CDU-Gemeinderatsfraktion
Innenverdichtung - Fluch oder Segen?
Die Nachverdichtung innerstädtischer Freiflächen sowie die Neu- und Umgestaltung frei werdender Grundstücke gehört zu den aktuellen kommunalen Kernaufgaben und stellt für Verwaltung und Gemeinderat eine große Herausforderung dar.

Die Nachverdichtung innerstädtischer Freiflächen sowie die Neu- und Umgestaltung frei werdender Grundstücke gehört zu den aktuellen kommunalen Kernaufgaben und stellt für Verwaltung und Gemeinderat eine große Herausforderung dar.

Als eine echte Erfolgsgeschichte mit Vorbildcharakter kann die Neugestaltung des ehemaligen Bundeswehrareals an der Bahnhofstraße bezeichnet werden, wo eine rund 10.000 Quadratemter große Fläche geräumt und einer Nutzung mit 110 neuen Arbeitsplätzen zugeführt wurde. Damit Bietigheim-Bissingen dem latent hohen Bedarf an Gewerbeflächen auch in Zukunft gerecht werden kann, muss jede sich bietende Option im Stadtgebiet, nach eben diesem Prinzip zu verfahren, genutzt werden. Dies bietet zudem die Möglichkeit, den jüngst an dieser Stelle angemahnten Flächenverbrauch zu minimieren - ein Weg, den die CDU-Fraktion in dieser Konstellation gern mitbeschreiten wird.

Deutlich schwieriger um- und durchzusetzen ist die Schaffung neuen Wohnraums im Bereich bestehender Wohngebiete, wie unter anderem die Maßnahmen im Paulus-Areal, im Bietweg oder aktuell in der Bahnhofstraße in Bissingen zeigen. Hier wird in bestehende Gebietsstrukturen eingegriffen, um bedarfsorientiert neuen Wohnraum schaffen zu können. Es ist Aufgabe der Verwaltung, hierfür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies geschieht in der Regel über die Aufstellung oder Fortschreibung bestehender Bebauungspläne, die der Gemeinderat durch eine Reihe von Beschlüssen zur Rechtskraft bringt. Ein solcher Prozess bedingt die Abwägung der Interessen aller Beteiligten mit dem Ziel, diese weitestgehend im Bebauungsplanverfahren zu berücksichtigen. Dessen ungeachtet führen die Veränderung des gewohnten Nachbarschaftsbilds, die Unsicherheit wie sich nach Fertigstellung speziell Verkehr und Bewohnerstruktur entwickeln und nicht zuletzt die Behinderungen und Einschränkungen während der Bauzeit zu einer sinkenden Akzeptanz solcher Vorhaben. Hier gilt es bei zukünftigen Maßnahmen anzusetzen. Verwaltung und Gemeinderat sollten im Rahmen ihrer Möglichkeiten frühzeitiger die Öffentlichkeit informieren, Aufklärungsarbeit leisten und - wo möglich - die Sorgen und Anregungen der Betroffenen in den Entscheidungsprozess integrieren.

Mit Blick in die Zukunft muss es das erklärte Ziel sein, die zahlreichen in die Jahre gekommenen Bebauungspläne kurzfristig zu überarbeiten. Damit schaffen wir zeitgemäße Vorgaben für weiteren Wohnraum im innerstädtischen Bereich. Wenn dies zeitnah erreicht wird, ist die fraglos notwendige Innenverdichtung viel Segen und wenig Fluch. Die CDU-Fraktion wird diesen Weg konstruktiv und offen für die Belange aller weiter begleiten.


aktualisiert von Webmaster, 08.11.2015, 23:15 Uhr