CDU Stadtverband Bietigheim-Bissingen
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Presse
05.07.2017, 08:00 Uhr | Ludwigsburger Kreiszeitung / Andreas Feilhauer
Wolfgang Bosbach und die Lust auf deutsche Werte
Für den Wahlkreis Neckar-Zaber bewirbt sich Eberhard Gienger um ein
Bundestagsmandat. Gestern hat er sich Unterstützung für sein Engagement
geholt – Wolfgang Bosbach. Der ist nicht nur bekannt aus Funk und
Fernsehen, er war ein politisches Schwergewicht in der CDU. Und einen
solchen Eindruck hinterließ er auch in Bietigheim.
Mehr als 200 Gäste fanden trotz bestem Wetter den Weg ins Paulaner
Bosbach gehört zum wertkonservativen Flügel seiner Partei und genau deswegen hatte ihn die CDU in Bietigheim-Bissingen eingeladen.
Doch der Mann aus Nordrhein-Westfalen versteht sich nicht als Frontkämpfer für die konservative Sache. Er versuchte vielmehr, mit rheinschem Charme die Bruchlinien in der Politik aufzuzeigen. „Der
Graben zwischen den Wählern und den Gewählten ist in den vergangenen Jahren immer tiefer geworden“, so der einstige stellvertretende
Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion. Um diesen zuzuschütten, müsse
die Politik im Allgemeinen und die CDU im Besonderen an ihrer Authentizität arbeiten. Man dürfe dem Zeitgeist nicht immer hinterherlaufen. „Warum tun wir uns so schwer mit unserem Deutschland. Die USA oder Frankreich haben ihre Nationalfeiertage. Wir können auch stolz auf uns sein“, so
Bosbach. Ebenso auf die CDU. Sie habe soziale Marktwirtschaft durchgesetzt, wie die Wiederbewaffnung oder den Nato-Doppelbeschluss.
Und sie habe für die Wiedervereinigung gekämpft, gegen viele Widerstände
auch in der SPD. Darauf könne man ebenfalls stolz sein und dies gelte es zu bewahren.

Gegen zu offene Grenzen

Damit kam der Innenpolitiker, der nicht mehr für den Bundestag antritt, zur Flüchtlingsfrage. Diese müsse auch zu bewältigen sein, dort wo die Hauptarbeit getan wird, in den Kreisen und Kommunen. „Wir dürfen
Europa nicht zu weit aufmachen und den Iran, Irak oder Syrien aufnehmen. Auch wenn es unsere Nachbarn sind“, sagt Bosbach und erntete großen Applaus für diese Aussage. Aktuell seien 65 Millionen Menschen
außerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht. Allein Deutschland habe davon 890 000 Flüchtlinge aufgenommen. „Wir haben keine unbegrenzten Möglichkeiten zur Integration. Mehr geht einfach nicht.“ Auch dafür erntete er großen Beifall. Er räumte mit dem Vorurteil auf, Deutschland
sei kein Einwanderungsland. „Das stimmt nicht, das ist unser Land schon immer gewesen. Allerdings haben wir jetzt die Zuwanderung aus einem anderen Kulturkreis, das ist unser Problem.“ Inzwischen würden 4,5 Millionen Muslime in Deutschland leben. Die meisten davon ohne Probleme.
„Doch wer glaubt, nach den Regeln der Scharia leben zu müssen, der hat sich das falsche Land rausgesucht“, sagte Wolfgang Bosbach. Dem Beifall zufolge, hatte er auch damit genau den Nerv seines Publikums getroffen.
Der Innenpolitiker sprach allerdings nicht nur über Sicherheit. Auch in der Wirtschaft sieht er Defizite. Die größten IT-Unternehmen würden in den USA sitzen und nicht in Deutschland oder Europa. „Wir sind zwar noch in den klassischen Industriezweigen Weltspitze, doch in den neuen Techniken
schauen wir schon lange hinterher. Wir brauchen mehr Bildung und müssen in die Köpfe unserer Kinder investieren“. Da war er wieder der Rheinländer, der in fast keiner Talkrunde fehlen durfte und der auch als „Politikrentner“ seiner CDU zu ihren konservativen Werten zurückhelfen will.
aktualisiert von Webmaster, 06.07.2017, 23:26 Uhr